Im Jahr 2015 berichteten wir über ein rasches Wachstum und deutliche Unterschiede bei Knieendoprothesen in OECD-Ländern, insbesondere bei Patient:innen im Alter von ≤ 64 Jahren, und prognostizierten bis 2030 einen vierfachen Anstieg. Seitdem haben sich sowohl die klinische Praxis als auch die äußeren Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Diese Studie untersucht die Trends bis 2022 erneut und erweitert frühere Analysen.
Ergebnisse:
Von 2011 bis 2022 stieg das Operationsvolumen weiter an (CAGR: +2,33 % [2,33; 2,34]; MAD: 37.700 [35.700; 39.600]), allerdings langsamer als im Zeitraum von 2005 bis 2011 (CAGR: +4,75 % [4,73; 4,78]; MAD: 58.100 [55.500; 60.700]). Patient:innen im Alter von 64 Jahren und jünger machen mittlerweile rund 50 % der Eingriffe aus (CAGR: +4,46 % [4,28; 5,81]; MAD: 32.300 [30.700; 33.900]), während sich das Wachstum bei älteren Erwachsenen verlangsamte (CAGR: +0,61 % [0,60; 0,61]; MAD: 5.400 [5.000; 5.700]). Ein Anstieg der Adipositasrate um einen Prozentpunkt war mit einer um +1,1 bis +1,9 % höheren Inanspruchnahme verbunden; dieser Zusammenhang war in älteren Kohorten und in Ländern mit niedrigerem Einkommen stärker ausgeprägt. COVID-19 führte im Jahr 2020 zu einem Rückgang von rund −22 % bzw. ca. 406.500 [386.600; 426.300] Eingriffen, gefolgt von einer schnelleren Erholung bei jüngeren Erwachsenen. Das Wachstum bleibt weiterhin unter unserer ursprünglichen Prognose aus dem Jahr 2015.